Der Westen berichtet am 17.11.2009 von drei Zuwanderer“kindern“, die ihren Abschluss an einer Universität erreicht haben und denen nun eine erfolgreiche Karriere in ihren jeweiligen Sphären bevorseht. Dabei steht allerdings weniger im Vordergrund, wie das Erreichte verwirklicht wurde, oder warum, sondern - so scheint es – mehr das „dass“.
In diesem Artikel heißt es, immer wieder seien Ausländer im deutschen Bildungssystem benachteiligt, was daran zu erkennen sei, dass unterdurchschnittlich wenige Studenten einen Migrationshintergrund besitzen.
An den Statistiken ist wohl unverkennbar abzulesen, dass die Behauptung, Uni-Absolventen hätten im Durchschnitt weniger Abschlüsse vorzuweisen, eine Wahrheit darstellt – die Begründung erscheint dem toleranten und liberalen Deutschen eindeutig: Ausländer haben in irgendeinem Bereich geringere Erfolge zu verbuchen als Einheimische, folglich kann es sich nur um Benachteiligung, sprich Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund der Rasse handeln, doch – wie gesagt, ist das das Bild, das dem Durchschnittsdeutschen zu allererst ins Auge sticht.
Sicherlich, kein verstandsbegabter Mensch wird verleugnen, dass diese Begründung geradezu einfach aus der Luft geschnappt oder frei interpretiert sein könnte und sich auf keinerlei Fakten stützt – ja wie sollte sie denn auch? Wie wollte denn jemand feststellen, warum Migranten im deutschen Schulungssystem „benachteiligt“ sind. Freilich, Gedanken Lesen wäre die ideale Lösung des Problems, beziehungsweise dieser Fragestellung, denn nach diesem Muster könnte man erahnen, warum Migranten in sämtlichen Fächern schlechter abschneiden als Deutsche, denn dann wäre der „Rassismus“ des jeweiligen benotenden Lehrers enttarnt und die antifaschistische Aktion gewänne an Stoff – zum Leidwesen der „Antifa“ ist es aber bisher noch niemandem gelungen Gedanken zu lesen oder gar festzustellen, warum jemand dieses oder jenes Urteil trifft, aber anstatt hier ins Ungewisse zu philosophieren, das sich mit „was-wäre-wenn-Fragen“ beschäftigt, sollte man vielleicht nach vernünftigeren Methoden suchen, zur Wahrheit zu gelangen – oder man zieht Integrationsberichte heran.
Die hier verlinkte „Zusammenfassung“ des deutschen Integrationsberichtes von 2009, erklärt unter anderem, dass in Deutschland 57,6% der deutschstämmigen 18-21-Jährigen einen Schulabschluss absolvieren; jedoch nur 24% der Jugendlichen mit Migrationshintergrund. So weit ist also festgestellt, dass Migraten tatsächlich Schwächen im Bereich Bildung zeigen.
Viel interessanter ist hier allerdings die Frage nach dem „warum“.
In genannter Zusammenfassung befindet sich ebenso der folgende Satz:
„Das Armutsrisiko der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (26,8%) ist doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung (13,2%).“
Der deutsche Staat hat nach Artikel 3 des Grundgesetzes die Aufgabe Gleichberechtigung und Gleichbehandlung der Menschen innerhalb seiner eigenen Grenzen durchzusetzen – also auch im Bereich der Bildung. Man wird bei genauerem Hinsehen auf die Bildungsstatistiken erkennen müssen, dass sich die Verteilung des Bildungsangebots nach sozialen Gesichtspunkten vollzieht. So besuchten zu Beginn der 1990er Jahre 58% der Arbeiterkinder Hauptschulen, 26% Realschulen und nur magere 11% ein Gymnasium. Im Vergleich dazu durften sich 58% der Kinder von Beamten an einem Gymnasium einschreiben, also mehr als die Hälfte – den Zahlen nach genau verkehrt. (Quelle (.pdf))
Dies sollte wohl Beweis genug für die These „Gleichberechtigung in der Bildung basiert auf Papier, nicht aber auf der Realität“ sein.
Nun hatte ich zu Beginn dieses Absatzes den Tagesspiegel zitiert, der eine erhöhte Armutsgefahr unter Migranten konstatierte.
Warum diese wiederum besteht, dürfte klar sein: Es wäre ja nicht so, dass der Großteil der Einwanderer in Deutschland hochqualifizierte Arbeitskräfte darstellten, deren Qualifikation wertvoll genug wäre, dass sie die Konkurrenz am Arbeitsmarkt nicht zu fürchten hätten oder gar, dass sie in ausreichendem Maße verdienten.
Es handelt sich hierbei also keineswegs um eine Frage der Kultur oder der Rasse, wenn man von „Benachteiligung“ von Ausländern im Bildungssystem spricht.
Nun handelt es sich bei den Ausbildungsschancen aber auch um eine Frage der Einstellung, der Vorbefähigung zu einer schulisch erfolgreichen Karriere und so weiter.
Beides ist bei Ausländern in diffizilem Zustand:
Einerseits haben Umfragen unter Migranten des Öfteren ergeben, dass viele der zur Zeit in Deutschland vor allem ansäßigen Türken gar nicht plant, Deutschland als neue Heimat auszuerkoren, sondern hier nur schnelles Geld verdienen wollen, um damit ein neues Leben nach der Rückkehr in die Türkei beginnen zu können.
Angesichts der immer noch desolaten wirtschaftlichen Lage in Kleinasien nicht verwunderlich, dass es sich bei diesen Migranten sehr oft um wahrhaftige Gastarbeiter handelt, denn Migranten, denn es wäre ja nicht so, dass es für sie in der Türkei keinerlei Zukunft mehr gäbe, weil sie wegen ihrer Religion oder wegen ihrer politischen Einstellung verfolgt würde. Dies trifft wenn dann entweder nur auf Kurden oder auf Christen zu, die – das ist nich zu leugnen – in der Türkei alles andere als gleichberechtigend behandelt werden. Doch da sich der Großteil der Türkeistämmigen weder zu Kurden- noch Christentum bekennt, bleiben diese Fälle wohl mehr Ausnahmefälle.
Also, wozu, muss sich jeder Türke, der auf sein Vaterland stolz ist und es über alles liebt, sollte er diese geliebt-gelobte Erde auf Nimmerwiedersehen verlassen wollen? -Gar nicht, zumindest nicht auf Dauer.
Aus diesem Grunde erlebt man – auch wenn es die Medien leugnen – eine nicht-Bereitschaft zur Integration auf weiter Bandbreite. 40% der Türken verweigern den eigentlich mittlerweile verpflichtenden Deutschkurs, Kreuzberg und Neukölln in Berlin werden nicht allein durch Zufall zu „Ghettos“ – man isoliert sich bewusst – die Bilder von türkischen Flaggen, die deutsche Städte in ihrem Rot ertränken sind Symbole dieses Segregationismus.
Man will die türkische Kultur nicht verlieren, nicht „verlernen“, sodass man sich nach seiner Rückkehr wieder in die türkische Gesellschaft einleben kann.
Deshalb will Deutsch nicht gelernt werden – zumindest nicht so, als ob es eine Muttersprache wäre, besonders weil dies einen kulturellen Keil zwischen Eltern un Kinder treiben könnte. Der unmittelbare Zusammenhang zwischen Deutschkenntnissen und Schule dürfte offensichtlich sein.
So viel zu „Einstellung“ und „vorschulischer Befähigung“.
Die „Benachteiligung“, die Ausländer an Schulen erfahren ist nicht wirklich eine Benachteiligung, denn sie geschieht von sich aus – es sei denn man betrachtet die Benachteiligung aufgrund sozialer Unterschiede als für dieses Thema signifikant.
Das ist aber wohl kaum möglich, denn schließlich ist die Frage aufgeworfen worden, warum Ausländer benachteiligt werden, nicht ärmere Menschen, denn in diesem Falle müsste man das Verhältnis „Ausbildung-Armut“ näher beleuchten – mit Migranten ist dies nur indirekt verknüpft.